Estland

Mitglieder und Förderer des FriedensBrot-Projekts besuchen möglichen Konferenzort für 2018 in Estland

Sangaste / Tartu, 17.-20.04.2016: Lars Jaeger, Projektleiter „Grüne Woche“ der Messe Berlin GmbH, Wolfgang Jaeger, Landwirt Penzlin, Laurent Mies, 1. Bürgermeister Markt Oberstdorf sowie Jürgen Stübinger, Geschäftsführer Frankenfarm GmbH Himmelkrohn begleiteten die ehrenamtlichen Mitglieder der Geschäftsstelle des Vereins FriedensBrot Dr. Marion Schenk und Geschäftsführer Dr. Gibfried Schenk in das Partnerland Estland.

Stationen der Reise:

17. April: Nach Flug Berlin – Riga ging es mit Mietwagen zum Schloss Sangaste, wo uns Frau Heili Kalbri, Geschäfsführerin der Betreibergesellschaft des Schlosses herzlich begrüßte.

Bei einem sehr gehaltvollen, von der hervorragenden Küche des Hotels augenzwinkernd als „leicht“ angekündigtem, Abendessen wurde uns der Schlosskomplex Sangaste als möglicher Tagungsort für die jährlich stattfindende FriedensBrot-Konferenz vorgestellt. Anwesend war der Agrar-Unternehmer, Estnische Roggenkönig und Mitglied des Vorstandes des Estnischen Roggenverbandes als offizieller zivilgesellschaftlicher Partner von FriedensBrot e.V., Hanns Kruusamägi, Dr. Mati Koppel, Direktor des Pflanzenzuchtinstitutes, Ruve Šank, Abteilungsleiter im estnischen Ministeriums für Ländliche Entwicklung sowie die Gastgeber Frau Kalbri, Bürgermeister von Sangaste, Herr Kaido Tamberg sowie Vorsitzender des Gemeinderates von Sangaste, Herr Rando Undrus.

Unterstützt durch die Europäische Union wurde in den letzten Jahren kräftig in das Ende des des 19.Jahrhunderts errichtete Schloss Sangaste investiert: Das zu Sowjetzeiten als Kinderferienheim genutzte Gebäude wurde als Hotel umgebaut, die Gästezimmer modernisiert, eine hervorragende Gastronomie installiert, Tagungsmöglichkeiten geschaffen usw. usf.

Für die FriedensBrot-Idee ist besonders interessant, dass einer der ehemaligen Besitzer des Schlosses, Graf Friedrich Georg Magnus von Berg (1845 – 1938), eine herausragende Rolle in der Entwicklung der estnischen Landwirtschaft spielte, ja sie nahezu revolutionierte. Neben Kartoffelanbau, Rinder- und Pferdezucht , Entwicklung der Forstwirtschaft, Beiträgen zur Melioration und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit galt sein besonderes Augenmerk der Roggenzucht. Daher auch die Erinnerung an Ihn als den estnischen Roggen-Grafen

Gemeinde und Schlossmanagement Sangaste nahm die Erinnerung an den Roggen-Grafen auf und stellten Schloss und nahezu den gesamten Ort als Roggenzentrum thematisch darauf ein. Bevor wir uns am zweiten Besuchstag näher mit der praktischen Umsetzung des Roggenthemas in der Region vertraut machen konnten, nutzten wir den Abend um die sportlichen Freizeitmöglichkeiten des Hotels und der näheren Umgebung zu erkunden, zu denen Sesselfußball und auch die obligatorische berühmte estnische Sauna im Freizeitpark „Hexenreich“ gehörte.

18. April: Auf dem Programm steht zunächst der Besuch eines Kleinbetriebes zur Herstellung von „Bio-Kama“, eine kurz gedämpfte, dann getrocknet, geröstet und Hand-gemahlene Getreidespezialität entweder aus reinem Roggen oder Getreidemischungen der Region. Genaue Mischungsverhältnisse der Getreidearten sind bei letzterem natürlich Geschäftsgeheimnis.

Neben der „Kama“-Produktion wird traditionelles Handwerk gefördert

Als nächste Station folgt die Mühle „Helen“. Hier geht es um die Herstellung von Müsli-Flocken, nun bereits im größeren Maßstab.

Kurz vor Mittag ist der Besuch des Bauernhofes Ritter an der Reihe, sportliches Highlight hier Bogenschießen unter Anleitung eines mehrfachen estnischen Meisters. Sieger nach Treffern Lars und Wolfgang Jaeger („Nomen est omen“!).

Mittagessen wieder im Schloss, anschließend Abschlußgespräch mit Hotelmanagement, Bürgermeister und Gemeinderatsvorsitzendem von Sangaste. Während der intensiven Diskussion ging es zunächst um die technischen, organisatorischen und inhaltlichen Aspekte einer Konferenz des internationalen FriedensBrot-Netzwerkes in Sangaste. Mit Freude nehmen die Gäste aus Deutschland mit nach Hause, dass die potentiellen Gastgeber aus Sangaste gemeinsam mit dem estnischen Roggenverband dem estnischen Ministerium für Ländliche Entwicklung die Durchführung der FriedensBrot-Konferenz 2018 unter Beteiligung des Schlosses und der Region Sangaste vorschlagen werden. Ein möglicher Tagungsschwerpunkt könnte dabei der Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerländern des FriedensBrot-Projektes zur Entwicklung von Ansätzen der Verbindung landwirtschaftlicher Bildungs-Themen mit Erholungseinrichtungen im ländlichen Raum sein.

Nach einer Reise durch die weite estnische Landschaft klingt der erlebnisreiche Tag mit einem Abendessen in der Altstadt von Tartu aus.

19. April: Als Auftakt der Tagung Agroforum Mare Balticum nehmen zahlreiche Tagungsteilnehmer an einer Exkursion zur Peipussee-Region teil. Auf der sogenannten „Zwiebel-Route des Peipussees“ (Die Uferbewohner belieferten in früheren Zeiten Riga, St. Petersburg und andere urbane Zentren mit hervorragenden Zwiebeln) besuchten wir unter anderem das Dorf Kolkja mit einem Museum der Altgläubigen, das Gutshaus Alatskivi, das Museum Juhan Liiv’s und das Gebetshaus der Altgläubigen in Kallaste.

Spannende Eindrücke zur Lebensweise der estnischen Bevölkerung der Region, zur Geschichte der Besiedlung durch russische Altgläubige nach Flucht aus dem Russischen Reich und ihrer Religionsausübung, zu wirtschaftlichen Aspekten des Fischfangs und der Touristik am See und vor allem zur großartigen Natur des Seegebietes werden lange in Erinnerung bleiben.

Am Abend lädt der Bürgermeisters von Tartu im Rathaus aus Anlass der Konferenz Forum Mare Balticum zum Abendempfang ein.

20. April: Vollster Eindrücke über ein Land und seiner engagierten Menschen per PKW nach Riga und Rückflug nach Berlin.

Alle Beteiligten freuen sich erwartungsvoll auf die Entscheidung des estnischen Ministeriums für Ländliche Entwicklung zur Unterstützung der FriedensBrot-Konferenz 2018 in Estland. Nach Berlin in Deutschland 2014, Poznan in Polen 2015, Szarvas in Ungarn 2016, Bulgarien in 2017 wäre das der fünfte Tagungsort unserer zwölf Partnerländer im Projekt FriedensBrot.

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